Die 13 besten Tipps zum Strom sparen

8 Juli 2020

Du hast wieder einmal eine hohe Stromrechnung erhalten und fragst dich, wie du zukünftig mehr Strom und somit Kosten sparen kannst? In diesem Artikel erfährst du, was du alles tun kannst, um möglichst energieeffizient zu leben und mit einfachen Mitteln Stromkosten sparen kannst.

 

1. Handy und Laptop nicht zu Hause laden

Der erste Tipp ist einer, der insbesondere jungen Leuten eine ganze Menge an Stromkosten ersparen könnte. Denn durch die Omnipräsenz von Smartphones, Computern und Internet vergessen wir oft, dass diese Geräte eine ganze Menge Strom konsumieren.

Zudem ist es heutzutage bequem und üblich, Handy und Computer praktisch nie mehr komplett auszuschalten, sondern lediglich in den Standby- oder Ruhemodus zu versetzen. Die Handys vieler Menschen bleiben dank Flug- und Energiesparmodus sogar praktisch 24/7 eingeschaltet.

Wie kann man also nun hier Strom sparen? Offensichtlich wären das Reduzieren des Handykonsums oder das komplette Ausschalten von Smartphone und Computern bei Nichtgebrauch. Wer aber vor allem seine eigene Stromrechnung reduzieren will, der kann auch einfach versuchen, seine elektronischen Geräte nicht bei sich zu Hause, sondern im Büro, an der Uni oder einem anderen öffentlichen Ort aufzuladen. Denn Strom und Steckdosen sind an vielen Orten kostenlos verfügbar.

 

2. Strom sparen mit Glühbirnen

Dass in Glühbirnen großes Stromsparpotenzial steckt, das hat die aufgeheizte Debatte um das Verbot von Glühbirnen in der EU von knapp 10 Jahren gezeigt. Während Wissenschaftler und Politiker auf der einen Seite ein Exempel statuieren und den “Stromfresser Glühbirne” verbieten wollten, so fühlten sich viele Menschen dadurch bevormundet.

Fakt ist aber: Glühbirnen sind was den Stromverbrauch angeht sehr ineffizient, verbrauchen sie doch nur gerade einmal 5 Prozent der Energie in Licht – der Rest wird in nicht nutzbare Wärme umgewandelt. Wer schon einmal eine eingeschaltete Glühbirne angefasst hat, der weiß wohl um diese Tatsache.

Alternativen zur Glühbirne sind Energiesparlampen, LEDs und Halogenleuchtmittel mit einer Stromersparnis von 30 Prozent und mehr. Während Energiesparlampen häufig in der Kritik stehen, weil sie zu kaltes Licht produzieren, so existiert dieses Problem bei Halogenleuchtmitteln nicht.

 

3. Energiesparen im Haushalt – höhere Anschaffungskosten vs. tiefere Stromkosten

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Lohnt sich die Anschaffung eines energiesparenden Geräts?

Es ist klar: Moderne Haushaltsgeräte sind energiesparender als alte. Wer also einen Kühlschrank aus dem 20. Jahrhundert oder einen alten Fernseher bei sich zu Hause stehen hat, der kann mit einer Neuanschaffung dafür sorgen, zukünftig einen tieferen Stromverbrauch zu haben.

Doch neu für alt ist nicht das Einzige, was man dabei beachten sollte. Mindestens so wichtig ist auch die Wahl des richtigen Geräts. Es gibt nämlich auch bei modernen Kühlschränke, Fernsehern, Mikrowellen und anderen Haushaltsgeräten große Unterschiede im Stromverbrauch.

Hierbei helfen Angaben über den Energieverbrauch, die bei jedem Gerät zwingend stehen werden müssen. Wer Energieeffizienz und Kaufpreis gegenüberstellt, der wird schnell merken, dass die sparsamsten Geräte meist auch zu den teureren gehören.

Man muss sich also überlegen: Möchte ich lieber auf lange Sicht weniger für den Stromverbrauch bezahlen und nehme dafür einen höheren Kaufpreis in Kauf oder spare ich lieber beim Kauf und muss dafür mit einer höheren Stromrechnung leben?

Bei der Entscheidung sollte man auch überlegen, wie lange man ein Gerät voraussichtlich brauchen möchte. Kauft man sich einen tollen neuen Fernseher, an dem man viele Jahre Freude haben möchte, dann sollte ein Aufpreis für mehr Energieeffizienz drin liegen. Geht es nur um eine kurzfristige Anschaffung und plant man ein Gerät bald wieder durch ein neueres zu ersetzen, dann kann der Faktor Stromverbrauch hinten anstehen.

 

4. Restwärme nutzen beim Kochen und Backen

Wer weiß, wie lange ein Ofen braucht, um auf Betriebstemperatur aufzuheizen, der kann sich denken, dass ein Ofen auch nach dem Abstellen noch eine Zeit lang heiß ist. Wer also eine Pizza oder ein Brot bäckt, der kann den Ofen getrost ein paar Minuten abstellen, bevor man die eigene Kreation aus dem Ofen holt. So kann man die – nach wie vor hohe – Restwärme nutzen und so Energie sparen.

Das Gleiche gilt natürlich auch beim Kochen: Wer nicht gerade einen Gasherd hat, der kann auch hier den Herd frühzeitig abstellen und die heiße Herdplatte für den Schluss des Kochvorgangs nutzen. Verstärkt wird dieser Effekt noch, wenn man mit Wasser kocht – also zum Beispiel fürs Spaghetti kochen. Denn das kochende Wasser bleibt durch die hohe Wärmespeicherkapazität auch nach dem Abstellen des Herdes noch lange genügend heiß, um die Pasta fertig zu kochen.

 

5. Keine warmen Speisen im Kühlschrank

Diesen Tipp kennen wohl die meisten bereits: Wer zu viel gekocht hat und die Reste im Kühlschrank aufbewahren will, der sollte damit unbedingt warten, bis das Essen abgekühlt ist. Denn warmes Essen sorgt nicht nur dafür, dass ein Kühlschrank viel mehr Energie aufbringen muss, um die tiefe Temperatur beizubehalten – auf lange Sicht kann ein solches Verhalten einen Kühlschrank auch schädigen.

 

6. Intelligente Steckdosen gegen die Standby-Falle

Es ist eine traurige Tatsache: 10 bis 20 Prozent des jährlichen Stromverbrauchs der Deutschen entfällt auf die Standby-Nutzung von Haushaltsgeräten. Andere Studien sprechen sogar noch von noch deutlich höheren Zahlen. Besonders in den Anfängen der Standby-Funktion war der Stromverbrauch vieler Geräte noch erschreckend hoch – und bei gewissen Geräten fast ebenso hoch wie bei normaler Nutzung.

Mittlerweile sind die meisten elektronischen Geräte zwar deutlich effizienter geworden und auch die Standby-Funktion wurde so gestaltet, dass der Stromverbrauch deutlich niedriger ist. Dennoch kann man aber durch das konsequente Vermeiden des Standybetriebs nach wie vor viel Strom sparen.

Leider ist es so, dass es einem viele Gerätehersteller nicht gerade einfach machen, die Standby-Funktion zu umgehen. Denn ein einfacher Ein-/Aus-Schalter ist bei vielen Geräten entweder nicht vorhanden oder lediglich zur Aktivierung des Standymodus nutzbar. Was einem also übrig bleibt ist manchmal einzig das Ziehen des Steckers – oder das Nutzen einer intelligenten Steckdose.

Intelligente Steckdosen sind darauf ausgelegt zu erkennen, wann ein Haushaltsgerät in den Standby-Modus schaltet, und dann die Stromversorgung zu unterbrechen – was einem am Ende viel Strom und Geld sparen kann. Wer dabei selber die volle Kontrolle haben will, der kann natürlich auch eine normale Stromleiste mit An-/Aus-Schalter verwenden.

Tipp: Wenn du herausfinden möchtest, wie viel Strom deine Geräte im Normal- und Standby-Betrieb tatsächlich verbrauchen, dann kannst du das ganz einfach mit einem Zwischenstecker mit integrierter Verbrauchsanzeige messen.

 

7. Warmwasserverbrauch senken und Strom sparen

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Ein heißes Bad verbraucht viel Energie

Einer der größten Energiefresser in deutschen Haushalten ist Warmwasser – denn ein Großteil des Stromverbrauchs wird für Warmwasserboiler und das tägliche Aufheizen von Wasser verwendet. Wer also seinen Konsum von Warmwasser reduzieren kann, der spart auch wesentlich bei den Stromkosten (oder je nach Boiler bei anderen Energiekosten).

Am meisten Warmwasser beanspruchen dabei neben langen Duschen regelmäßige Bäder. Wer also jede Woche ein heißes Bad benötigt, der sollte diese Verhaltensweise vielleicht einmal überdenken und ein Bad eher als Luxus denn als tägliches Wohlfühlritual ansehen.

Auch das Reduzieren der Wassertemperatur beim Duschen – was gesundheitlich sowieso förderlich ist – kann über lange Sicht einen positiven Einfluss auf die Stromrechnung haben. Das Kaufen von wassersparenden Duschköpfen und Wasserhähnen kann zusätzlich dabei helfen, den Konsum von Warmwasser zu verringern.

 

8. Intelligente Heizsysteme gegen unnötigen Energieverbrauch

Egal ob du mit Strom, Gas, Öl oder erneuerbaren Energiequellen heizt – ein intelligentes Heizsystem ist hilfreich, um beim Heizen Energie sparen zu können. Denn selbst wenn man die Heizung natürlich auch nach eigenem Ermessen regulieren kann, so sind Sensoren und intelligente Systeme viel besser in der Lage, für effektiveres Heizen zu sorgen.

Intelligente Heizsysteme sorgen für konstante Temperaturen und passen die Heizleistung an Tages- und Wetterverlauf an. Denn auch im Winter gibt es kältere und wärmere Tage, weshalb eine Regulierung der Heiztätigkeit sinnvoll ist.

Intelligente Rollläden auf der anderen Seite sind gerade im Sommer und für größere Gebäude hilfreich, um bei starker Sonneneinstrahlung die Innenräume vor zu viel Hitze zu schützen.

 

9. Smart Homes sind die Zukunft

Während es intelligente Heizsysteme schon seit einigen Jahren gibt und diese meist standardmäßig in neue Häuser eingebaut werden, so gibt es noch weitere technologische Neuerungen, die für einen effizienteren Stromverbrauch sorgen können. Dank sogenannten “Smart Assistants” kann man zum Beispiel den Stromverbrauch der eigenen Haushaltsgeräte viel besser steuern und laufend an die eigenen Bedürfnisse anpassen, sodass Strom sparen im Haushalt viel einfacher wird.

Ein weiteres Element von „Smart Homes“, das beim Strom sparen helfen kann, sind intelligente Lichtschalter mit Bewegungssensoren. So kann es einem nicht mehr passieren, aus Versehen das Licht eingeschaltet zu lassen, wenn man einmal in Eile aus dem Haus rennt.

 

10. Intelligente Architektur und Belüftungssysteme

Neben technologischen Ansätzen wie intelligenten Heizsystemen, Rollläden und “Smart Assistants” gibt es auch spannende architektonische Konzepte, damit man den Energieverbrauch so tief wie möglich halten kann. Die moderne Architektur schaut sich dabei immer mehr Ansätze von traditionellen Baumethoden zum Beispiel aus dem Nahen Osten oder Mittelmeerraum ab.

Hier wird vielerorts so gebaut, dass im Sommer möglichst wenig Hitze in Gebäude gelangt und durch clevere Ausrichtung von Gebäuden und Straßenzügen, möglichst viel Frischluft in Gebäude gelangen kann. Erreicht wird dies zum Beispiel durch das Verwenden der richtigen Baumaterialien sowie von hellen Fassadenfarben sowie durch intelligente Architektur.

So können viele südländische Gebäude komplett auf Klimaanlagen verzichten, da sie durch eine geschickte Raumaufteilung automatisch eine natürliche Belüftung des Raumklimas erreichen. Immer mehr westliche Architekten nehmen solche Ideen nun auf, um auch unsere Gebäude und Städte energieeffizienter zu gestalten – mit dem Ziel, die Nutzung von Klimaanlagen und Heizungen auf ein Minimum zu begrenzen.

 

11. Elektroheizungen sind Stromfresser

Heizen mit Strom ist in den meisten Fällen und für die meisten Gebäude nicht sinnvoll, da es ineffizienter und am Ende teurer ist als das Heizen mit anderen Energieträgern. So bezahlt man für das Heizen mit Strom in vielen Fällen fünf bis sechsmal mehr, als wenn man mit Öl, Gas, Pellets oder anderen erneuerbaren Energieträgern heizt.

Man sollte also eine Elektroheizung nur dann einsetzen, wenn es wirklich keine Alternative gibt. Das kann zum Beispiel in einem alten Bauernhaus der Fall sein, wo man kein gut ausgebautes Heizungssystem hat, respektive einbauen kann. Wer Strom sparen will, der sollte Elektroheizungen aber wenn immer möglich vermeiden.

 

12. Den richtigen Stromanbieter wählen

Egal wie viel Strom du verbrauchst, am Ende spielt auch der Strompreis eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, wie hoch deine Stromrechnungen ausfallen. In den meisten Fällen und insbesondere in größeren Städten hast du dabei nicht nur die Wahl zwischen verschiedenen Stromanbietern, sondern kannst auch zwischen unterschiedlichen Angeboten wählen.

Dabei unterscheiden sich nicht nur die Preise pro Kilowattstunde, sondern auch der jeweilige Strommix. Während früher Kohle- oder Atom-Strom praktisch immer am günstigsten war, so erhält man heute auch mit einem nachhaltigeren Strommix konkurrenzfähige Preise.

Es lohnt sich in jedem Fall, die verschiedenen Angebote gut zu vergleichen und nach ein paar Jahren wieder zu schauen, wie sich die Preise entwickelt haben. Denn Stromangebot und -preise unterliegen einem ständigen technologischen, politischen und wirtschaftlichen Wandel, weshalb man stets den Überblick über die aktuelle Situation behalten sollte.

 

13. Das eigene Verhalten beobachten

Zu guter Letzt muss gesagt werden: Egal wie energieeffizient deine Haushaltsgeräte sind – letztlich ist das eigene Verhalten der entscheidende Faktor, wenn es ums Strom sparen geht. Denn auch wer einen sehr effizienten Fernseher kauft, der verbraucht dennoch um ein Vielfaches mehr Strom als jemand, der zum Beispiel lieber Bücher liest.

Um Strom zu sparen ist es also wichtig, das eigenen Verhalten zu kennen und kritisch zu beobachten. Folgende Fragen können dabei helfen:

  • Verbrauche ich durch gewisse Tätigkeiten unnötig Strom, zum Beispiel durch tägliches stundenlanges Sitzen vor dem Fernseher?
  • Schalte ich nur die Lichter und Lampen an, die ich benötige oder verwandle ich mein gesamtes Haus in ein nächtliches Lichterfest?
  • Wasche ich meine Kleider in kleinen Portionen – dafür mehrmals wöchentlich – oder wasche ich lieber weniger häufig dafür in größeren Kleidermengen?
  • Nutze ich aus Bequemlichkeit lieber einen Wäschetrockner oder lasse ich meine Kleider insbesondere in den Sommermonaten an der frischen Luft trocknen? Das Gleiche gilt für den Geschirrspüler: Anstatt diesen mit Pfannen und Schüsseln zu füllen, sollte man größere Küchenutensilien lieber von Hand abwaschen und dafür mehr Platz für Teller, Besteck etc. freilassen. So spart man sich einige Durchgänge pro Monat und somit auch Strom.