Vermeide diese 11 Fehler bei deinen Finanzen

26 August 2020

Wer schon zu Studienzeiten lernt, gravierende finanzielle Fehler zu vermeiden, der sichert sich später einen guten und sicheren Start ins Berufsleben. Das kann sehr entscheidend sein, wenn es darum geht, ein Eigenheim, ein Auto  zu finanzieren oder auch die finanzielle Unabhängigkeit zu sichern. Vielleicht willst du aber auch erst einmal nur eine Weltreise machen. Damit die Finanzen dafür stimmen, haben wir hier ein paar Tipps für dich zusammengestellt.

1. Unwichtige Ausgaben vermeiden

Es gibt viele Dinge, die wir uns leisten, obwohl wir sie nicht brauchen: teure Klamotten, Abonnements und Mitgliedschaften, die wir kaum nutzen. Aber auch häufige Partynächte und dazugehörige Taxifahrten können ordentliche Löcher im Budget verursachen. Natürlich ist es völlig in Ordnung und sogar wichtig, sich ab und zu etwas zu gönnen. Aber diese Ausgaben sollten nicht zur Gewohnheit werden – so kannst Du schnell und ohne großen Aufwand Geld sparen: durch nichtstun.

Behalte also alle deine monatlichen Ausgaben im Überblick und hinterfrage, ob du den ein oder anderen Luxus wirklich brauchst. Dabei kann dir auch der folgende Tipp helfen.

2. Kündigungen versäumen

Bei vielen Abos wird oft der Fehler begangen, nicht rechtzeitig zu kündigen. Nicht selten verpassen Leute die Frist und zahlen noch einmal für ein ganzes Jahr und im nächsten Jahr wiederholt sich das Schauspiel. Falls dir das auch passieren sollte, versuch dennoch in einem Telefonat oder mit dem Kundensupport zu klären, ob sich eine Kündigung nicht dennoch einrichten lässt. Manche Anbieter zeigen sich durchaus kulant oder kompromissbereit.

Als Tipp für die Zukunft können wir dir mitgeben, dass du dir einen Termin in deinem Kalender oder auf deinem Smartphone einrichtest, wann ein Abo abläuft. Dieser erinnert dich zur Not daran, rechtzeitig dein jeweiliges Abonnement zu kündigen.

3. Geld an Freunde verleihen

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Es ist schwierig hier eine allgemeingültige Regel festzusetzen. Bekanntermaßen hört die Freundschaft bei Geld auf. Das kann sowohl der Fall sein, wenn dein Freund dir dein verliehenes Geld nicht zurückzahlt, oder wenn du deinem Freund in einer Notsituation nicht hilfst. Grundsätzlich gilt nur, dass du kein Geld verleihen kannst, wenn du selbst schon sehr bescheiden leben musst oder du dir in Folge sogar selbst einen Kredit nehmen müsstest. Geht es um kleine Beträge, ist das natürlich kein Thema. Aber große Geldbeträge solltest du im Zweifelsfall nicht verleihen.

 

Dennoch fällt es vielen von uns schwierig, Freunden eine Bitte auszuschlagen. Auch hier haben wir einen guten Tipp für dich. Wenn du dich nicht sofort zu einem Nein ringen kannst, kannst du zunächst einmal sagen, dass du erst einmal überprüfen musst, ob du es dir überhaupt leisten kannst. Das ist eine völlig legitime Antwort und wird dir wichtige Zeit verschaffen, eine gute Entscheidung zu treffen.

4. Keine Ersparnisse anlegen

Es gibt immer wieder einmal Fälle, in denen es gut ist, einen Notgroschen zur Hand zu haben. Vielleicht zahlt dein Chef einmal nicht pünktlich, du findest auf die Schnelle keinen Überbrückungsjob oder du kannst ein günstiges Angebot nicht wahrnehmen. Geldreserven helfen dir in vielen unerwarteten Situationen weiter. Wie hoch deine Reserven sein sollten, hängt dabei natürlich von deinem Einkommen und deinen Ausgaben ab. Daher ist es wichtig, finanzielle Pläne zu haben.

5. Keinen Finanzplan anlegen

Vielen Leuten fällt es schwer, finanzielle Pläne zu fassen. Oft fehlt es schon an langfristigen finanziellen Ziele, an denen Ausgaben und Einnahmen orientiert werden können.

Wenn du dir ein Ziel (eigenes Wohnhaus, Traumurlaub, etc.)  setzt, kannst du eine Roadmap entwerfen. Wie viel Geld musst du monatlich bei Seite legen, welche Beträge sind dabei machbar und in welchem Zeitraum kannst du dein Ziel erreichen? Beim Fassen deines Plans ist es wichtig, realistisch zu bleiben. So musst du nicht unbedingt wie ein Mönch leben, aber erlebst auch keine Enttäuschung, wenn du dir einmal etwas gönnst.

Ein solcher Finanzplan kann auch sehr erhellend für deine Karriere sein. Er gibt dir zum Beispiel die Motivation, die Karriereleiter hochzuklettern und verhindert, dass du dich mit einer komfortablen Situation einfach zufriedengibst.

6. Freizeit ungenutzt lassen

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Ruhe, Entspannung sowie Freude und Spaß in der Freizeit sind unfassbar wichtig – keine Frage. Dennoch ist es klug, die eigene Freizeit auch für Nebenverdienste zu nutzen. Dabei kannst du dein Hobby zu Geld machen oder vielleicht sogar ein zweites Standbein aufbauen. Der Vorteil ist, dass du dich hier nicht am Gehalt orientieren musst, sondern auch deine eigentlichen Interessen und Leidenschaften verwirklichen kannst. Auch auf deinem Lebenslauf kann sich eine solche Zweittätigkeit sehr gut machen.

7. Sich bei der Gehaltsverhandlung unter Wert verkaufen

Bei fast allen Jobs lässt sich derzeit recherchieren, was branchenübliche Preise sind. Falls du Berufseinsteiger bist, solltest du vor der Gehaltsverhandlung oder dem Bewerbungsgespräch unbedingt wissen, was derzeit übliche Gehälter in deiner Branche sind. Eine Nachfrage bei bereits berufstätigen Kollegen oder auch eine Recherche im Netz kann hier sehr aufschlussreich sein.

8. Sich nicht um Steuern kümmern

Unser Schulsystem versäumt es bis heute, junge Erwachsene mit nützlichem Wissen für das Berufsleben auszustatten. Daher ist es kein Wunder, dass es vielen schwerfällt, Lohnabrechnungen richtig zu lesen oder Einkommenssteuern richtig einzutragen – ohnehin eine Wissenschaft für sich.

Da dies in der Schule nicht ansatzweise gelehrt wird, bleibt dir nichts anderes übrig, als dich dazu gezielt selbst zu informieren oder Hilfe einzuholen. Gerade für Studierende gibt es die Möglichkeit, sich bei der AStA kostenfreie Steuerberatung und Hilfe einzuholen. Auch im Netz und in Büchern findest du viele hilfreiche Informationen zum Thema.

9. Keine Versicherungen abschließen

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Als Student oder Studentin bist du in der Regel bis zu deinem 25. Lebensalter in vielen Versicherungen deiner Eltern mitversichert. Das ist bei der Krankenversicherung in jedem Fall so. Bei allen anderen Versicherungen ist das unterschiedlich geregelt und du solltest dazu deine Eltern fragen und/oder ihren Rat einholen. Spätestens aber mit dem 25. Lebensjahr solltest du dich damit beschäftigen, eigene Versicherungen abzuschließen.

Pflichtversicherungen

Zu den Pflichtversicherungen gehören hier die Krankenversicherung und die KFZ-Haftpflichtversicherung sowohl für das eigene Auto als auch für Mietwagen. Hier geht es darum, für dich möglichst langfristig die beste Option zu finden. So haben Studierende sowohl bei der privaten Krankenversicherung als auch bei der gesetzlichen recht günstige Konditionen. Später kann die private Versicherung aber sehr teuer für dich werden. Einmal in der privaten Versicherung drin, ist es aber auch nicht mehr (so einfach) möglich, zurück in die Privatversicherung zu wechseln.

Sinnvolle Versicherungen

Gesetzlich besteht keine Pflicht, eine private Haftpflichtversicherung zu besitzen, aber es ist überaus sinnvoll. Für Schäden, die du als Privatperson verursachst, kannst du nämlich dein ganzes Leben lang belangt werden. Schon wenn du versehentlich auf einer Feier jemanden anrempelst und diese Person dadurch ihr neues Smartphone auf den Boden fallen lässt, rentiert sich die Haftpflichtversicherung für dich.

 

Für eine Berufsunfähigkeitsversicherung spricht ebenfalls vieles. Solange du arbeiten kannst, ist deine Fähigkeit, zu arbeiten, das wertvollste Asset, über das du verfügst. Du kannst hier als grobe Rechnung dein Jahresgehalt mal die Arbeitsjahre nehmen, die du noch vor dir hast. Dann kommst du in etwa auf den Wert, den deine Berufsfähigkeit wert ist.

Es gibt noch andere Versicherungen, die bedingt sinnvoll sein können. Zum Beispiel, wenn du teure Möbel (Hausratversicherung) oder Arbeitsgeräte (Sachversicherungen) besitzen solltest. Auch bei einer Auslandreise kann dir eine Auslandsreisekrankenversicherung im Ernstfall finanzielle und vor allem gesundheitliche Nöte vom Hals schaffen.

 

10. Bank, Energieversorger und Netzanbieter nicht wechseln

Wenn es die Zeit einmal gab, in der Banken und Energieversorger etc. Kundentreue belohnt haben, ist diese Zeit definitiv vorbei. Denn heute werden langfristige Kunden mit der Einführung von Gebühren eher abgestraft. Oder aber viele Dienstleistungen werden mit der Zeit günstiger, während du in alten Verträgen feststeckst. Das lässt sich vor allem bei Mobilfunkverträgen und dem dazugehörigen Datenvolumen beobachten. Hinzu kommt, dass Dienstleister natürlich versuchen, sich gegenseitig Kunden abzuwerben. Um dem wiederum entgegenzuwirken, kommen Festnetz- und Mobilfunkanbieter oft mit einem günstigeren Angebot auf dich zu, wenn du ihnen deine Kündigungsabsicht mitteilst. Es ist also in jeder Hinsicht klug, daraus Profit zu schlagen.

 

Du musst dabei jedoch aufpassen, dass häufiges Wechseln der Bank auch negative Folgen haben kann. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn die Bank der Schufa meldet, dass du ein neues Konto eröffnet hast. Schon der Erstkontakt kann hier zum Schufa-Eintrag führen. Das ist als seltenes Vorkommnis nicht gravierend. Wenn du aber zu häufig dein Konto wechselst, kann es durchaus dazu führen, dass du in Zukunft einen schlechteren Kredit erhalten wirst.

11.  Geld zu niedrigen Zinssätzen parken

In vielen alten Finanzratgebern, wirst du den Hinweis finden, dass du Tagesgeld-, Festgeld- oder sogar Girokonten anhand des Zinssatzes aussuchen solltest. Inzwischen sind die Zinssätze jedoch überall so gering, dass sich Zinsen bei solchen Finanzprodukten kaum lohnen. Im Gegenteil: die versteckte Inflation, die viele Menschen nicht bedenken, können sogar deine Reserven über lange Jahre hinweg verkleinern. Wer also Abwürfe von seinem Ersparten wünscht, kommt nicht umhin, sein Geld zu investieren. Hier ist es wichtig, deinen Finanzplan noch einmal ins Auge zu fassen.

 

Du solltest dir vor allem überlegen, in welchem Zeitrahmen, du dein Geld investieren möchtest. Bist du bereit, hohe Risiken einzugehen, willst du lieber kleine, sichere Erträge oder gibst du dich auch nur mit einer Werterhaltung zufrieden? Der Finanzmarkt bietet dir fast unendliche Investitionsmöglichkeiten, ob ETFs, Rohstoffe, Edelmetalle, Aktien, Anleihen oder Riesterrente – um nur ein paar unterschiedliche Finanzprodukte zu nennen. Generell ist es dabei ein großer Fehler, alles auf eine Karte zu setzen. Stattdessen solltest du dein Geld am besten in unterschiedliche Investitionen stecken (Streuung oder Diversifizierung), um das Risiko eines Gesamtverlustes zu minimieren. Investieren ist aber definitiv ein Thema für sich, über das du dich selbst informieren solltest. Denn was allgemein für Finanzen gilt, gilt beim Investieren besonders: es gibt keine Pauschallösungen, die immer und bei jeder Person greift.