10 Minimalismus Tipps und Tricks

23 Juli 2020

Ein minimalistisches Leben zu führen gewinnt gerade in unserer Konsum-gesteuerten Welt immer mehr Zuspruch. Doch konsequent auf Alles zu verzichten, ist es das, worum es beim Minimalismus geht? Wir zeigen dir, was es damit wirklich auf sich hat und geben dir 10 Tipps, wie du dein Leben minimalistischer gestalten kannst.

 

Minimalistisch Leben: Was bedeutet das?

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In den Köpfen vieler wird Minimalismus gleichgesetzt mit Verzicht. Und es ist wahr, minimalistisch leben zu wollen, funktioniert nur mit einem gewissen Verzicht. Allerdings steht es nicht im Mittelpunkt, so wenig Dinge wie möglich zu besitzen und in einem leeren Raum zu leben.

Viel eher geht es darum, Bewusstheit für den eigenen Konsum und Besitz zu schaffen. Die Essenz des Minimalismus ist es, mehr Zeit für die wichtigen Dinge im Leben zu gewinnen. Projiziert man das auf die eigenen Besitztümer geht es darum, Gegenstände zu behalten, die einem Freude bringen und jene auszumisten, die nur Ballast sind.

Das ist übrigens ein gutes Stichwort in diesem Zusammenhang, denn es geht nicht nur um den physischen Platz den Gegenstände wegnehmen. Es geht auch um den Ballast den sie für die Seele darstellen. Wer sich täglich zwischen 50 Kleidungsstücken entscheiden muss oder immer wieder an eingelagertes Zeug bei den Eltern denkt, verschwendet Energie.

Doch im Endeffekt ist die Auslegung des Minimalismus individuell. Ein Blumenliebhaber hat gerne 10 verschiedene Vasen mit Blumen Zuhause, da sie ihm beim Anblick Freude spenden. Ein Kaffeeenthusiast hingegen kann damit nichts anfangen und hat lieber eine Espressomaschine.

10 Minimalismus Tipps

1. Bewusste Prioritäten

Um Minimalismus in dein Leben zu bringen, musst du dich zuallererst mit dir selbst beschäftigen. Es bringt nichts, stumpf irgendwelchen Ausmist-Plänen aus dem Internet zu folgen. Viel eher musst du herausfinden, was dir in deinem Leben Freude schenkt und wo deine Prioritäten liegen. Darauf aufbauend kannst du dann entscheiden, was weg kann.

Du bist unentschlossen und willst lieber loslegen?

Die berühmte Aufräum-Queen Marie Kondo empfiehlt, jeden Gegenstand in die Hände zu nehmen und genau darauf zu achten, was man fühlt. Kommt in dir ein Funke von Freude auf, hat dieser Gegenstand in deinem Leben noch einen Platz. Ansonsten kann er wie viele weitere aussortiert werden.

 

2. Wissen ist Macht… und braucht viel Platz

Bücher gehören zu den Sachen, von denen sich die wenigsten trennen. Oft liegt das gar nicht daran, dass man emotional noch an ihnen hängt. Viel eher macht man sich gar keine Gedanken über das Bücherregal. Dabei besteht hier großes Potenzial auszumisten, denn die wenigsten Menschen lesen Bücher zweimal.

Nimm dir einfach mal einen Nachmittag Zeit und gehe durch deine kleine, oder große, Bibliothek. Welche Bücher wirst du nie lesen, welche sind durchgelesen und welche möchtest du als Nachschlagewerk behalten. Alle Bücher, die du nicht behalten möchtest, kannst du getrost verkaufen oder verschenken.

 

3. Was Altes, was Blaues, was Zerrissenes

Kleidung ist die erste Anlaufstelle, die von vielen Minimalisten als Brennpunkt identifiziert wird. Gerade Frauen haben hier häufig ein Mehr an Teilen im Schrank, wenn es auch ein Weniger tun würde. Denn wenn der Schrank voller Stücke hängt, die man gar nicht trägt, dann geraten die Lieblingsteile in Vergessenheit.

Deshalb ist es gut, einmal seine ganze Garderobe durchzugehen. Dazu gehört der Kleiderschrank, der Kleiderständer im Flur und auch die versteckten Wintersachen im Keller. Alles was man schon ewig nicht mehr anhatte und woran man nicht hängt, kann man getrost ausmisten.

 

4. Prokrastination raubt Energie

Kennst du das: Ein Bügel von deiner Sonnenbrille bricht ab, ein Einlegeboden vom Regal ist zerbrochen oder der Reißverschluss deiner Hose reißt? Du nimmst dir dann fest vor dich drum zu kümmern und einen Monat später liegt immer noch alles rum. Jeden Tag gehst du dran vorbei und schreibst es auf deine geistige To-Do Liste.

All diese unerledigten Sachen rauben Energie. Im schlimmsten Fall macht man sich sogar selbst fertig, dass man sie nicht abarbeitet. Um das zu vermeiden, solltest du diese kaputten Dinge entweder sofort reparieren, zum Fachmann geben oder sie wegschmeißen. Dadurch kannst du deine Energie besser den Dingen widmen, die dich voranbringen.

 

5. Eine Mütze Schlaf wirkt Wunder

Weniger ist mehr, lautet die Devise des Minimalismus. Deswegen solltest du dich bei jeder Anschaffung gründlich fragen, ob du sie auch wirklich brauchst. Häufig kaufen wir nämlich Dinge aus einem Impuls heraus, weil wir denken, dass sie unser Leben verbessern werden. In Wahrheit bringen sie uns allerdings schon nach drei Tagen keine Freude mehr.

Um dich gegen Impulskäufe zu rüsten, empfiehlt es sich, vor dem Kauf von größeren Dingen eine Nacht darüber zu schlafen. Meist wachst du am nächsten Tag auf und wunderst dich, warum du dafür Geld ausgeben wolltest. Du kannst auch noch einen Schritt weiter gehen und jede gewünschte Anschaffung 30 Tage auf einer Liste verweilen lassen, bevor du zuschlägst.

 

6. Lösche Facebook und Instagram von deinem Handy

Beim Thema Minimalismus geht es darum, Zeit für dich wichtigen Dinge zu haben. Facebook und Instagram hingegen sind eher Zeiträuber, die genau wissen, wie sie uns in ihren Bann ziehen. Um zu vermeiden, dass diese Falle bei dir zuschnappt, kannst du die Apps ganz einfach von deinem Handy löschen.

Falls du ohne sie nicht sein kannst, versuche Folgendes: Lösche die Apps von deinem Handy und installiere sie nur zeitweise, wenn du sie benutzen möchtest. Das kann für 30 Minuten oder 4 Stunden sein. Am Ende der Sitzung musst du sie aber immer wieder deinstallieren. Dadurch vermeidest du das automatische Checken von deinen Benachrichtigungen, während du eigentlich Wichtigeres zu tun hast.

 

7. Selbstfürsorge praktizieren

Sich um sich selbst zu kümmern ist wichtig, egal in welcher Lebenslage. Doch als Minimalist kommt der Selbstfürsorge eine besondere Bedeutung zu. Denn nur wer in seiner inneren Mitte steht, kann auch bewusste Entscheidungen treffen. Wem es schlecht geht, der schaltet in den Überlebensmodus und funktioniert nur noch.

Genügend Trinken, gesundes Essen und Aktivitäten, die das Herz aufgehen lassen sollte man täglich praktizieren. So sorgt man für sich selbst und dafür, nicht in einen Kaufrausch zu verfallen, um sich besser zu fühlen.

 

8. Investiere in Erlebnisse

Während die letzten Generationen eher darauf bedacht waren ihr Geld in materielle Dinge zu stecken, geht der Zeitgeist immer mehr dahin, in Erlebnisse zu investieren. Ein Urlaub mit den Freunden spendet nachhaltig viel mehr Freude, als ein neuer Fernseher. Auch, wenn man letzteren vielleicht länger nutzt.

Wenn man Ausflüge mit anderen plant, hat man außerdem die Möglichkeit, Zeit mit den Menschen zu verbringen, die einem guttun. Und zum Glück gibt es heutzutage ja wirklich viele Möglichkeiten, den Trip für die Erinnerung festzuhalten. Sei es als Foto auf Instagram oder Pinnwandeintrag auf Facebook 😉

 

9. Leg den Fokus auf deine Errungenschaften

Der Übergang zum Minimalismus kann schwer sein und keine Veränderung findet von heute auf morgen statt. Damit du am Ball bleibst und immer wieder neue Motivation schöpfen kannst, ist es wichtig, dass du auch deine kleinen Erfolge feierst. Sei stolz auf dich wenn du:

  • deine ungenutzten Wintermützen spendest
  • den Wühltischen im 1 € Shop widerstehst
  • klare Ziele und gesunde Grenzen setzt

Fokussiere dich darauf, wie weit du schon gekommen bist, anstatt darauf, wie weit du noch gehen musst. Dadurch veränderst du die Sichtweise auf den Minimalismus als etwas was dich bereichert, anstelle eines Verlustes.

 

10. Leben und leben lassen

Wenn du vom Minimalismus begeistert bist und am liebsten dein ganzes Leben ausmisten möchtest, dann sind das tolle Neuigkeiten. Wenn man einmal das minimalistische Mindset gewonnen hat, sieht man die Welt mit anderen Augen. Bedenke dabei nur, dass andere vielleicht nicht so angefixt sind von der Idee wie du.

Du kannst ihnen Denkanstöße geben aber zwinge niemanden dazu, sich jetzt von der Hälfte seiner Sachen zu verabschieden. Das ist wohl einer der wichtigsten Tipps. Denn sonst hast du ganz schnell auch ein minimalistisches Umfeld und das nicht im guten Sinne des Wortes.

Minimalismus ist mehr als Ausmisten

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Minimalismus Tipps sind wie Diäten: Wenn sie nicht an der Wurzel ansetzen und nur schnell angewendet werden, um in kurzer Zeit einen Unterschied zu bewirken, hält die Wirkung nicht an. Die Pfunde kommen zurück und so auch die unnötigen Anschaffungen.

Deswegen zielen die Tipps in diesem Artikel auch auf die Denkweise hinter dem Minimalismus ab. Dadurch bekommst du ein Gefühl, worum es im Minimalismus wirklich geht. Die Wege mit denen du dich von deinem unbenutzten Hab und Gut trennen kannst, kommen dann von ganz allein.

Informationen über den Autor
Andreas Novogratz
Andreas Novogratz
Mich interessiert alles rund um das Thema Technik, Internet & Gadgets. Ich komme aus dem Süden Deutschlands, nahe der Schweizer Grenze, und schreibe seit 2019 für Testerheld.de. Wenn ich nicht neueste Trends recherchiere, gehe ich gerne mit meinem Hund spazieren und spiele leidenschaftlich gerne Tennis.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Minimalismus

Zum Anfang solltest du ein Verständnis dafür gewinnen, was dir in deinem Leben wichtig ist und Freude bereitet. Ausgehend davon kannst du dich auf das Entfernen all jener Dinge fokussieren, die dir keinen Nutzen oder Freude bringen. Marie Kondo empfiehlt, dass man bei Kleidung anfängt und sich dann zu emotionaleren Sachen vorarbeitet, wie z. B. Bildern.

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