Reselling als Nebenverdienst – lohnt sich das?

29 August 2020

Du bist auf der Suche nach einem Online-Nebenverdienst auf Reselling gestoßen und fragst dich nun, ob man damit tatsächlich leichtes Geld verdienen kann? In diesem Artikel erfährst du alles, was du zum Thema Reselling wissen solltest, bevor du den Einstieg in dieses Business-Modell wagst.

 

Was ist Reselling und wie funktioniert es?

Das Konzept von Reselling lässt sich ziemlich einfach mit der Übersetzung des englischen Begriffs ins Deutsche erklären: „Reselling“ bedeutet nichts anderes als „Wiederverkaufen“. Es geht also darum, zuerst Produkte einzukaufen und diese dann zu einem höheren Preis an jemand anders weiterzuverkaufen – im Idealfall.

Das Grundprinzip von Reselling ist also simpel, schwieriger wird es jedoch, wenn es um die Details und die Frage geht, wie man mit Reselling tatsächlich gutes Geld verdienen kann. Denn wie viele vermeintlich simple Nebenverdienste im Internet hat auch Reselling seine Tücken und eignet sich nicht für jedermann.

Über Nacht reicht wirst du mit Reselling ziemlich sicher nicht und um einen guten Verdienst als Reseller zu erreichen, musst du schon genau wissen, was du tust. Doch sehen wir uns einmal die Details an:

Welche Dinge kann man als Reseller verkaufen?

So simpel wie die Grunddefinition von Reselling ist, so breit ist die Palette an Produkten und Artikeln, die man weiterverkaufen kann. Denn im Prinzip eignet sich alles für Reselling, was man gut im Internet kaufen und verkaufen kann (manche Reseller spezialisieren sich aber auch auf Offline-Verkäufe).

Wenn es also darum geht, Produkte auszuwählen, die man weiterverkaufen kann, dann hilft es meist, sich einen Bereich auszuwählen, für den man ein großes Interesse und wenn möglich auch vertieftes Know-how besitzt.

Wer zum Beispiel ein absoluter Sneakers-Fan ist, der wird am besten über die „heißesten“ Artikel und neuen Schuh-Modelle Bescheid wissen – Know-how, das für den Erfolg eines Resellers entscheidend ist.

Es gibt verschiedene Arten von Reselling 

Reselling ist nicht gleich Reselling. So gibt es verschiedene Methoden und Strategien, wie man als Reseller erfolgreich sein kann:

 

1. Defekte Produkte wieder in Stand setzen

Eine sehr beliebte Form des Resellings ist es, defekte oder veraltete Produkte zu reparieren oder „aufzumöbeln“ und diese dann zu einem höheren Preis zu verkaufen. Hierzu ist nicht nur gutes Verkaufsgeschick notwendig, sondern insbesondere auch eine gewisse Portion technisches Wissen.

So spezialisieren sich viele Reseller auf das Reparieren und Instandsetzen von Laptops, Smartphones und anderer Geräte, für deren Reparatur die meisten Menschen schlicht nicht die Zeit, die Nerven oder das technische Know-how haben. Auch spezialisiertes Werkzeug sowie Ersatzmaterial sind für diese Tätigkeit erforderlich.

Eine Herausforderung bei dieser Art des Wiederverkaufens ist es, die „richtigen“ Produkte zu beschaffen. Denn defekte Elektronik-Geräte online zu kaufen, ist immer mit einem gewissen Risiko behaftet, da man sich häufig nicht auf die Artikelbeschreibung und den Zustand verlassen kann.

Zudem braucht es Erfahrung zu wissen, welchen Preis man für alte und defekte Produkte bezahlen sollte – ohne ein zu großes Risiko auf sich zu nehmen, falls ein Gerät doch einmal unreparierbar sein sollte.

 

2. Raritäten & Sammlerstücke

Eine weitere beliebte Form des Resellings ist es, auf Flohmärkten oder Online-Plattformen nach seltenen Sammlerstücken Ausschau zu halten, diese unter Wert einzukaufen und dann zu einem wesentlich höheren Preis weiterzuverkaufen. Dies eignet sich zum Beispiel für:

  • Comics (es wird viele überraschen, aber Comic-Fans zahlen sehr viel Geld für seltene Exemplare ihrer Lieblingsautoren)
  • Sammelkarten
  • Nostalgie-Spiele und Games (z. B. Nintendo 64-Spiele)
  • Uhren und Schmuck
  • Briefmarken
  • Signierte Produkte

Für diese Form des Resellings muss man sich in einem Bereich aber sehr gut auskennen. Nur so kann man seltene und wertvolle Stücke erkennen, diese zu einem fairen Preis einkaufen und dann einen interessierten Käufer ausfindig machen. Es gibt aber durchaus Leute, die mit diesem Business-Modell ziemlich viel Geld verdienen – bei teilweise überschaubarem Aufwand.

 

3. Limitierte Artikel mit hoher Nachfrage

In eine ähnliche Kategorie wie die letzte Methode fällt das Weiterverkaufen von limitierten und sehr stark nachgefragten Produkten – meist sind dies seltene Markenartikel mit einer großen Fan-Basis.

Beispiele dafür sind limitierte Editionen von Kleidungsstücken wie Sneakers oder Handtaschen – aber auch limitierte Online-Produkte und sogenannte „NFTs“ werden immer populärer und können ein attraktives Business-Modell für einen Reseller darstellen.

NFTs (Non-Fungible Tokens) sind Online-Raritäten wie Spielkarten, Game-Avatare oder ähnliches, die durch die Blockchain-Technologie einzigartig und in ihrer Zahl begrenzt kreiert werden können. Dies erlaubt es Resellern, seltene und voraussichtlich beliebte NFTs frühzeitig zu erwerben und dann später zu einem teureren Preis weiterzuverkaufen. Momentan sehr beliebt ist zum Beispiel das Kaufen und Verkaufen von Blockchain-Domains und digitaler Fan-Token.

Um mit dem Wiederverkaufen von limitierten Artikeln (egal ob analog oder digital) profitabel zu sein, muss man es als Reseller schaffen, die entsprechenden Artikel möglichst direkt nach ihrem Release in die Finger zu bekommen – noch bevor sich die breite Fan-Basis auf die begehrten Stücke stürzen kann…

 

4. Skalierung über günstige Einkaufspreise

Zu guter Letzt gibt es noch eine Reselling-Methode, die altbewährt ist und sehr häufig von Online-Coaches angepriesen wird: das Kaufen von Artikeln zu günstigen Einkaufspreisen und das Wiederverkaufen zu „normalen“ Preisen. Hierzu muss man es als Reseller schaffen, Ware zu möglichst günstigen Konditionen einzukaufen.

Dies erreicht man entweder durch das Kaufen von höheren Stückzahlen – am besten direkt beim Hersteller. Oder man hält Ausschau nach attraktiven Sonderaktionen und Rabatten, dank denen man Artikel günstiger erstehen kann.

So oder so sollte man diese Reselling-Methode nur auf Produkte anwenden, für die eine große Nachfrage besteht. Ansonsten besteht die Gefahr, dass man am Ende auf einer großen Zahl an unverkauften Ware sitzen bleibt – und somit finanziellen Schaden erleidet.

Wie kommt man an Produkte, die man wiederverkaufen kann?

Es hängt direkt von der Wahl einer der oben genannten Strategien ab, wie und wo man am besten an Produkte kommt, die man dann wiederverkaufen kann:

  1. Defekte Produkte kann man auf eBay, Facebook Marketplace und anderen Online-Plattformen für gebrauchte Produkte finden.
  2. Raritäten und Sammlerstücke findet man häufig auf Flohmärkten und in Second Hand-Geschäften. Aber auch online finden Reseller immer wieder „Goldnuggets“ – man muss dafür aber genau wissen, wo man sucht.
  3. Um limitierte Artikel möglichst früh zu kaufen, braucht es meist „Insider-Informationen“ und einen Draht zur ursprünglichen Verkaufsquelle. Meist gibt es zum Beispiel Wege, möglichst früh auf die Warteliste für gewisse limitierte Produkte zu kommen.
  4. Um mit einer Skalierungsstrategie erfolgreich zu sein, muss man Produkte möglichst günstig einkaufen können. Dies gelingt meist am besten über Alibaba und andere eCommerce-Plattformen, bei denen man direkt ab Werk bestellen kann.

 

Welche Plattformen eignen sich am besten für Reselling?

Beim Reselling muss man Produkte nicht nur günstig einkaufen, sondern auch geeignete Verkaufskanäle finden – wobei auch hier die eigene Reselling-Strategie für die Wahl entscheidend ist. Für die meisten Reseller werden aber wohl Online-Verkaufsplattformen wie eBay, Facebook Marketplace und ähnliche der beste Ort sein – zumindest als Einstieg.

Für gewisse Produkte (insbesondere Raritäten und limitierte Artikel) gibt es meist auch spezialisierte Seiten und Foren, auf denen man am besten interessierte und viel zahlende Käufer finden kann. Auch Meetups und Branchen-Anlässe (zum Beispiel eine Comic-Convention oder eine Uhrenmesse) können geeignet sein, um in einer konkreten Nische mit Interessenten in Kontakt zu kommen.

 

Lohnt sich Reselling?

Beim Reselling ist es wie mit vielen anderen Online-Verdienstmöglichkeiten: Sie klingen auf den ersten Blick verlockend, erfordern aber viel Arbeit und Geschick, um damit wirklich viel Geld zu verdienen. Denn als Reseller muss man sich nicht nur viel Wissen über diese Art des Geschäftens aneignen – man steht auch in Konkurrenz mit einer immer größer werdenden Zahl an Resellern auf der ganzen Welt.

Lohnt sich das Ganze also? Diese Frage lässt sich nur individuell beantworten. Machst du das Ganze ausschließlich des Geldes wegen, dann würden wir dir vermutlich eher davon abraten. Denn ohne eine starke Leidenschaft fürs Kaufen und Verkaufen sowie viel Wissen über eine gewisse Art von Produkten wird man als Reseller wohl nicht gerade das große Geld machen – und sich eher mit Frustration und viel Aufwand abfinden müssen.

Das sollte dich aber nicht davon abhalten, erste Versuche mit Reselling zu machen. Beginnen kannst du zum Beispiel mit dem Verkaufen von Büchern, Spielen oder sonstigen Dingen, die bei dir zu Hause herumliegen und die du nicht mehr brauchst.

Denn so kannst du ganz ohne Risiko den „Verkaufsteil“ ausprobieren. Wenn das gut klappt, kannst du immer noch überlegen, wie du am besten an günstige Produkte kommst, die du dann weiterverkaufen kannst.

Tipp: Falls das mit dem Verkaufen nichts für dich ist, schau dir doch einmal die Produkttests an, die du auf unserer Seite findest. Hier wirst du für das Ausprobieren und Bewerten von spannenden Apps und Produkten bezahlt – und das ganz ohne eigenes Risiko.

Informationen über den Autor
Andreas Novogratz
Andreas Novogratz
Mich interessiert alles rund um das Thema Technik, Internet & Gadgets. Ich komme aus dem Süden Deutschlands, nahe der Schweizer Grenze, und schreibe seit 2019 für Testerheld.de. Wenn ich nicht neueste Trends recherchiere, gehe ich gerne mit meinem Hund spazieren und spiele leidenschaftlich gerne Tennis.