Mit Youtube Geld verdienen – geht das noch?

10 September 2020

Der Traum, mit YouTube reich zu werden ist gegenwärtiger denn je. Die Vorstellung: von Zuhause aus arbeiten, sich dem widmen, was einem Spaß macht und dafür bezahlt zu werden. Doch jede Minute werden auf der Plattform über 500 Stunden an Videos hochgeladen. Ist es überhaupt noch möglich, mit YouTube Geld zu verdienen? Ob das geht und wie hoch das Potenzial ist, erfährst du in diesem Artikel.

Wie viel Geld kann man mit YouTube verdienen? – 2 Beispiele

Die YouTube Einnahmen sind abhängig von unterschiedlichen Faktoren, deswegen ist es schwer von außen zu sagen, wie viel genau ein YouTuber mit seinen Videos verdient. Es gibt jedoch immer wieder YouTuber, die ihre Einnahmen veröffentlichen. Schauen wir uns einmal zwei Beispiele an, wie viel Umsatz durch Werbeeinnahmen zustande kam.

Ungespielt

Unge gehört zu YouTube Deutschlands bekanntesten Persönlichkeiten. Er hat auch mit den höchsten CPM in Deutschland (was das ist, dazu später mehr). Die genauen Abonnentenzahlen sind unbekannt, da er sie ausgestellt hat, im Jahr 2018 waren es allerdings 2,3 Millionen und er ist seitdem stetig gewachsen.

Im September 2019 hatte Unge ein Video gezeigt, wo er mit 1.700.000 Views in knapp 14 Tagen 12.000 USD verdient hat. Das entspricht einer CPM von 7 Dollar und zählt mit zu den höchsten in Deutschland. Da er täglich zwei Videos hochlädt, sind seine Einnahmen dementsprechend hoch.

Thomary

Bei Thomarys Inhalten dreht sich alles um Selbstexperimente. Seine Einnahmen entsprechen eher dem Durchschnitt, was die CPM beträgt. So hat er ein Video veröffentlicht, in dem er zeigt, dass er für ein Video mit 2.500.000 Views nur 700 bekommen hat. Für ein anderes mit 93.000 Views hat er knapp 100 Euro verdient. Das entspricht einer CPM von 0,28 bzw. 1,07. Letzteres entspricht eher dem YouTube Verdienst in Deutschland.

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Was beeinflusst den Verdienst? Abos, Views oder Likes

Abonnenten

Die Anzahl deiner Abonnenten hat nicht direkt etwas mit deinem Verdienst pro Video zu tun. Doch je mehr Abonnenten du hast, desto wahrscheinlicher ist es, dass Leute dein Video anschauen. Außerdem gibt es bestimmte Mindestabos, die dein Kanal haben muss, um eine Monetarisierung, Kanalmitgliedschaft oder Merchandise freizuschalten.

Views

Die Views sind die Metrik, die am größten direkten Einfluss auf deinen Umsatz haben. Je mehr Views, desto mehr Leute sehen die Werbung vor oder in deinen Videos und desto höher sind die Werbeeinnahmen. Bekommt ein Video von dir viele Klicks, dann ist es wahrscheinlich, dass du damit auch gut Geld verdienen kannst.

Likes

Likes sind für deine Einnahmen eher irrelevant. Ob du mehr oder weniger Likes hast, ändert auf Anhieb nichts an dem, wie viel du mit dem YouTube Kanal verdienst. Warum sagen es die YouTuber dennoch? Durch eine hohe Like Zahl werden Videos auch solchen Nutzern vorgeschlagen, die deinen Kanal nicht abonniert haben oder nicht die Glocke gedrückt haben.

Videolänge

Vielleicht ist dir auch aufgefallen, dass viele Videos auf YouTube mittlerweile länger als 10 Minuten sind. Dies hängt damit zusammen, dass man ab einer Länge von 10 Minuten mehrere Werbeblöcke schalten darf. Wenn du statt einer Werbung nun zwei schalten kannst, erhöht das natürlich deine Einnahmen.

Video Kategorie

Einen großen Einfluss auf deine Einnahmen hat die Art von Videos, welche du hochlädst. Denn für einen Finanzkanal kann profitablere und zielgerichtetere Werbung geschaltet werden, als für einen, der Unterhaltung macht. Wenn du also einen Kanal neu aufbaust, mach dir über deine Nische Gedanken.

 

Wichtige Begriffe – von CPM bis Watchtime

CPM

Falls du dich fragst: Wie viel verdient man bei YouTube pro 1000 Klicks, dann schau auf die CPM. CPM, ausgeschrieben Cost per Mille, sagt aus, wie viel Geld man pro 1000 Views bekommt. Für den Durchschnitt liegt sie bei 1 bis 1,5 Euro oder Dollar. Es gibt allerdings auch Ausnahmefälle, wo sie höher liegt, wie beispielsweise bei Unge.

Die Videokategorie hat einen großen Einfluss auf die CPM und selbiges gilt auch für die Jahreszeit. Insbesondere vor Weihnachten steigt die CPM der meisten YouTuber an, da die Werbepartner nun vermehrt Werbung schalten, um möglichst viele Käufer zu finden.

Impressionen

Deine Impressionen für ein Video zeigen an, wie vielen Menschen die Inhalte angezeigt wurden. Du kannst es dir in etwa so vorstellen, dass jedes Mal, wenn jemand dein Thumbnail für ein Video auf YouTube sieht, eine Impression entsteht. Dies gilt jedoch nur als grobe Richtlinie, da nicht jedes angezeigte Thumbnail auch als Impression gilt.

CTR

CTR steht für Click Through Rate und beschreibt das Verhältnis, wie viele Menschen auf angezeigte Impressionen geklickt haben. Wurde dein Thumbnail z. B. 10.000 Menschen angezeigt und davon haben 300 auf dein Video geklickt, liegt sie bei 3 %. Der Durchschnitt für die Klickrate liegt bei 2 – 10 %, kann allerdings bei neuen Videos oder Kanälen auch höher sein.

Watchtime

Die Watchtime zeigt an, wie lange deine Inhalte geschaut wurden. Dabei zählt jede Minute mit hinein. Anfänglich ist die Watchtime ein wichtiger Faktor, denn erst ab 4000 Stunden Watchtime in den letzten 12 Monaten und 1.000 Abonnenten kannst du deinen Kanal monetarisieren und Werbung schalten.

Geld verdienen mit YouTube – direkte und indirekte Möglichkeiten

Nur für das Hochladen allein bekommst du auf YouTube noch kein Geld. Wichtig ist, dass du Zuschauer für deine Videos hast, die im Idealfall auch auf deine Werbung klicken. Es viele Wege, wie du als YouTuber Geld verdienen kannst, wenn du eine ausreichende Reichweite hast.

Direkte Möglichkeiten

YouTube Partnerprogramm

Das YouTube Partnerprogramm als Einnahmequelle haben wohl die meisten von uns im Kopf, wenn sie ans Geld verdienen mit YouTube denken. Dabei kannst du Werbung auf deinen Videos schalten und wirst dafür bezahlt. Lange Zeit war das auch die Haupteinnahmequelle für YouTuber.

Kanalmitgliedschaft

Wenn dein Kanal mindestens 30.000 Abonnenten hat, kannst du eine Kanalmitgliedschaft für Zuschauer anbieten. Dabei zahlen sie einen festen monatlichen Betrag, der dir zugutekommt. Im Gegenzug kannst du spezielle Vorzüge für sie einrichten, zum Beispiel die Nennung der Unterstützer im Abspann.

YouTube Live Super Chat

Während du auf YouTube live bist, gibt es keine Kommentarspalte wie bei normalen Videos, sondern einen Live-Chat. In diesem können Leute Geld spenden, wofür ihre Nachricht dann hervorgehoben wird. Das ist eine extra Möglichkeit, damit du Einnahmen erzielen kannst.

Merchandise

Sobald du die 10.000 Abonnenten Marke geknackt hast, kannst du einen Bereich für Merchandise auf deinem YouTube Channel einrichten. Dort können deine treuen Zuschauer T-Shirts, Tassen oder Mauspads sehen, die du anbietest. Mit einem Klick auf das Bild werden sie dann zu deinem Shop umgeleitet, wo der Kauf passiert.

YouTube Premium Umsatz

YouTube Premium wurde bereits 2014 unter dem Namen Music Key eingeführt, hat jedoch erst Mitte 2018 angefangen unter dem jetzigen Namen zu existieren. Falls man keine Lust mehr auf Werbung hat, lässt sich für 15,99 Euro monatlich ein YouTube Premium Abo abschließen. Schaut man sich damit Videos auf einem Kanal an, bekommt dieser anteilig Geld für die Watchtime.

Indirekte Möglichkeiten

Produktplatzierungen

Um etwas unabhängiger von den direkten YouTube Einnahmen zu sein, ist es sinnvoll nach anderen Optionen zum Geld verdienen zu schauen. Produktplatzierungen sind solch eine Option. Hast du eine ausreichende Reichweite in deiner Nische, können dich Firmen dafür bezahlen, dass du ein Produkt in deinen Videos benutzt. Das könnten zum Beispiel Kopfhörer oder ein neues Messerset sein.

Sponsoren

Ein großer Teil aller Videos haben heutzutage einen Sponsor. Der Vorteil für den Content Creator liegt darin, dass die CPM hier um einiges höher liegen, als dies bei der YouTube Werbung der Fall ist. Häufig gibt es auch noch eine anteilige Provision dafür, wie viele Leute über den zur Verfügung gestellten Link das Produkt kaufen oder den Service abschließen.

Partnerprogramme

Sagen wir, du bist ein bekannter Outdoor YouTuber. Für dein Hobby / Beruf brauchst du natürlich allerhand Ausrüstung, wie Rucksäcke, Taschenlampen oder Funktionskleidung. Früher oder später wird die Frage kommen, welche Ausrüstung das ist und wo man sie kaufen kann. In deine Videobeschreibung kannst du dann z. B. Partnerlinks zu den Artikeln auf Amazon setzen.

Kauft jemand das Produkt über deinen Link, bekommst du eine Provision von Amazon, für den Käufer gibt es allerdings keine Mehrkosten. So kannst du Sachen empfehlen, hinter denen du wirklich stehst und gleichzeitig Geld verdienen. Das ist Affiliate-Marketing.

Überleitung zu Kursen / E-Books

Je nachdem in welcher Nische du aktiv bist, macht es auf lange Zeit gesehen Sinn, einen Kurs oder ein E-Book zu verkaufen. Das könnte ein Videoschnitt Kurs sein, ein Koch E-Book oder auch ein Mentoring Programm. Da du dir auf YouTube bereits eine treue Gefolgschaft aufgebaut und dein Wissen präsentiert hast, ist das ein sehr guter Marketing Kanal.

Patreon

Auf Patreon können Einzelpersonen ihre Lieblingsyoutuber, Blogger und weitere Künstler unterstützen. Dafür zahlt man einen monatlichen Beitrag und bekommt dann Vorzüge, ähnlich wie bei der YouTube Mitgliedschaft. Der Unterschied bei Patreon im Vergleich zu Google ist, dass nur 95 % der Nutzerbeiträge bei dir ankommen. Allerdings agierst du dafür auf einer anderen Plattform, unabhängig vom Riesen YouTube.

Was braucht man für den Anfang?

Möchtest du Karriere auf YouTube machen und damit Geld verdienen, brauchst du zuerst einmal ein Konzept. Klar können YouTube Kanäle auch dann erfolgreich sein, wenn sie tägliche Vlogs teilen, die im Grunde jeden ansprechen. Doch in der Realität ist es so, dass wenn man versucht alle anzusprechen, sich keiner angesprochen fühlt.

Worüber würdest du gerne reden, worin hast du Erfahrung oder wofür schlägt dein Herz? Wenn du dich auf eine Nische festlegst, schränkst du dich vielleicht im ersten Moment ein, doch dafür wissen deine Zuschauer genau, was sie auf deinem Kanal erwartet. Anschließend kannst du ein paar Ideen sammeln, sodass du pro Monat eine regelmäßige Anzahl an Videos hochladen kannst.

Neben deiner Idee brauchst du auch noch etwas Soft- und Hardware. Doch keine Sorge, es braucht keine teure Kamera um erfolgreich auf YouTube zu werden. Alle Smartphones aus der heutigen Zeit haben leistungsstarke Kameras, mit denen sich super Szenen drehen lassen, auch die Tonqualität ist dabei nicht zu schlecht.

Abgesehen vom Filmequipment brauchst du noch einen PC, den du wahrscheinlich sowieso hast und ein Schnittprogramm. Für den Start ist Apples eigene Software iMovie vollkommen aus. Casey Neistat hat damit eine Serie geschnitten, die er später für 2 Millionen Dollar verkauft hat. Falls du Windows Nutzer bist, dann ist der Windows Moviemaker passend für dich. Weitere Testversionen gibt es auch dank deiner E-Mail-Adresse.

Und das sind auch schon alle Voraussetzungen. Wenn du ein erfolgreicher YouTuber sein möchtest, der damit sein Geld verdienen kann, dann ist eins wichtig nämlich, dass du anfängst. Es braucht kein teures High-End-Equipment, um die ersten Videos zu drehen. Sammel Erfahrung, verinnerliche die Funktionsweise der Tools, die du hast und geh dann Schritt für Schritt weiter.

Fazit: Es lässt sich noch Geld verdienen mit YouTube – und es ist einfacher als je zuvor

Durch die vielfältigen Marketingkanäle wie Sponsoren, Produktplatzierungen, Patreon und Merchandise lassen sich die eigenen Inhalte auf YouTube heutzutage viel besser monetarisieren als noch vor 6 Jahren. Somit ist die Karriere als YouTuber immer noch möglich, gerade auch deswegen, weil man sich nicht mehr von einem „Geldgeber“ abhängig macht, sondern verschiedene Standbeine aufbauen kann.

Wie gerade eben erwähnt ist es eben wichtig, dass man überhaupt anfängt. Durch das Machen verfeinert man seine Techniken, sei es beim Videodreh oder beim Schnitt. So wächst man stetig mit dem YouTube Channel mit und kann den Zuschauern attraktiven Content bieten.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Geld verdienen mit YouTube

Wenn du mit YouTube Geld verdienst, dann werden darauf auch Steuern fällig. Die Einnahmen musst du in deiner Steuererklärung angeben und in den meisten Fällen auch ein Gewerbe eröffnen. Doch lass dich davon nicht entmutigen, der Prozess ist einfacher als du dir vorstellst.

Vielleicht ist dir schon mal aufgefallen, dass manche Lieder auf YouTube nie verwendet werden, obwohl sie so berühmt sind. Das liegt daran, dass sie geschützt sind. Würdest du sie benutzen, dann gehen die Einnahmen von dem Video an den Rechteinhaber der Musik, anstatt in deine Kasse. Gleiches gilt für Bilder oder Videomaterial. Suche deshalb nach lizenzfreiem Material, was du nutzen kannst.

Mit einer durchschnittlichen CPM von 1 Euro müsstest du ca. 1 Million Klicks machen, damit du 1000 Euro verdienst. Vielleicht kannst du noch einen Sponsor suchen, der eine CPM von 4 Euro bietet. So würdest du nur noch 200.000 Klicks benötigen. Runtergebrochen auf einen Monat wärst du bei 4 Videos, die je 50.000 Klicks erzielen. Das ist absolut im Rahmen des Möglichen.

Informationen über den Autor
Andreas Novogratz
Andreas Novogratz
Mich interessiert alles rund um das Thema Technik, Internet & Gadgets. Ich komme aus dem Süden Deutschlands, nahe der Schweizer Grenze, und schreibe seit 2019 für Testerheld.de. Wenn ich nicht neueste Trends recherchiere, gehe ich gerne mit meinem Hund spazieren und spiele leidenschaftlich gerne Tennis.