Copy Trading – was ist das?

25 Juli 2020

Niedrige Zinsen auf Festgeld und Tagesgeld führen bei vielen Sparern zum Umdenken. Der Aktienhandel verzeichnet einen großen Zulauf, auch wenn sich hierzulande noch vergleichsweise wenige Menschen ernsthaft mit dieser Form der Geldanlage beschäftigen. Das liegt sicher am Risiko, oft aber auch einfach an Unwissenheit. Sich intensiv mit diesem Thema zu beschäftigen, um an der Börse erfolgreich zu sein, braucht viel Zeit und viele Investoren verlieren Geld, weil sie sich diese Zeit nicht nehmen und kopflos agieren.

Doch warum nicht einfach vom Wissen anderer profitieren? Copy Trading macht’s möglich und ist damit ein großer Trend 2020. Besonders interessant ist Copy Trading für Einsteiger. Es handelt sich hierbei um die einfachste Form des Social Tradings. Social Trading meint das Nachahmen von Anlagestrategien anderer Händler. Bei Copy Trading musst du diese Strategien nicht mal analysieren und deine Schlüsse daraus ziehen – du lässt einfach für dich handeln. Möglich ist das auch mit CFDs oder Devisenkursen (Forex). Der Vorteil des Copy Tradings ist also in erster Linie die Zeitersparnis.

Trend 2020: Copy Trading

Eigentlich ist Copy Trading einfach erklärt: Du legst dein Geld in die Hände eines anderen, der dann damit für dich an der Börse spekuliert. Allerdings verwendet er dafür sein eigenes Vermögen und dein Geld folgt seiner Strategie – sie wird kopiert. Daher stammt der Begriff Copy Trading. Das Prinzip ist simpel: Platziert der Händler seine Trades an der Börse, passiert das automatisch auch mit deinem Geld. Je nach Plattform ist das sogar mit Daytrading und CFDs möglich.

Wer wenig Ahnung von den Mechanismen der Börse hat, für den ist Copy Trading natürlich ideal. Allerdings solltest du in diesem Fall anfangs eher kleine Beträge investieren, um erstmal Erfahrungen zu sammeln. Bei der Suche nach einer geeigneten Plattform für Social Trading solltest du darüber hinaus auf verschiedene Kriterien achten, die wir dir nachfolgend erklären.

Die richtige Copy Trading Plattform finden

Natürlich würde Copy Trading nicht funktionieren, wenn der Profi nicht irgendwas davon hätte. Kaum jemand teilt gerne seine Börsenstrategie mit anderen. Beim Copy Trading verdient der Trader natürlich daran. Bei der Auswahl der Plattform sollte transparent dargestellt werden, wie hoch die Provision für die Trades ist. Natürlich musst du auch einsehen können, wie erfolgreich der Trader bisher war und welche Trades er platziert hat. Nur so lässt sich einschätzen, ob man sein Geld an seine Strategie koppeln will oder lieber einen anderen Trader aussucht.

Eine Vielzahl an Tradern wäre also wünschenswert. Idealerweise kannst du mit dem Profi auch direkt kommunizieren. Wichtig wäre auch, dass es mehrere Anlageklassen gibt und du deinen Copy Trader je nach Risikobereitschaft und Produkt auswählen kannst. Natürlich sind auch die Kosten ein entscheidender Faktor. Welche Gebühren verlangt die Plattform für Copy Trading und lohnt sich das Investieren von kleineren Beträgen? Bei hohen pauschalen Kosten pro Trade kann das Handeln zur Kostenfalle werden.

Zu guter Letzt solltest du bei der Wahl der geeigneten Plattform für deine Trades auch schauen, ob es eine Mindestsumme für den Handel gibt. Denn idealerweise verteilst du dein Investment auf mehrere Trader, um das Risiko zu streuen. Musst du jedoch eine höhere Summe pro Trader aufbringen, kann das schwierig werden.

Übrigens bieten die meisten Broker einen Pool von internationalen Tradern. Je nach Anbieter kannst du sogar aus mehreren Millionen Personen auswählen und selbst entscheiden, ob du lieber auf einen Trader aus Deutschland setzt oder nicht. Natürlich ist es bei einem komplexen Thema wie dem Aktienhandel von Vorteil, wenn man dieselbe Sprache spricht. Schließlich willst du vor dem Kopieren mit dem Trader möglicherweise in Kontakt treten. Dann solltet ihr euch auch verstehen. Übrigens: Ein professioneller Trader wird dir auf deine Fragen antworten. Andernfalls liegt die Vermutung nahe, dass er entweder keine Ahnung hat oder aber sich um seine Trades ebenso wenig interessiert kümmert wie um deine Nachricht.

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Ist Copy Trading riskant?

Die Frage nach den Risiken von Copy Trading beantwortet sich eigentlich von allein. Die Chancen und Risiken von Trades sind nicht höher oder niedriger als beim normalen Aktienhandel. Zwar könnte man jetzt argumentieren, dass Anfänger von der Expertise eines professionellen Traders profitieren, aber auch der kann das Auf und Ab der Börse nur bedingt vorhersehen. Darüber hinaus hast du das Handeln nicht selbst in der Hand, weil du ja – quasi blind – das Portfolio eines anderen kopierst.

Natürlich kannst du jederzeit aussteigen, aber bestehende Orders können in der Regel nicht abgebrochen werden. Du bist also beim Copy Trading abhängig von den Geschicken eines anderen. Selbst wenn der Trader bislang sehr erfolgreich an der Börse gehandelt hat, muss das in Zukunft nicht so bleiben. Die meisten Anleger nutzen Copy Trading aber wegen der Chancen, die diese Methode bietet. Gerade Neulinge, die keine Ahnung vom Aktienhandel haben, können damit ihr Geld an der Börse vermehren. Wie überall im Leben gilt es also, Chancen und Risiken abzuwägen.

Und so kann Copy Trading durchaus lukrativ sein – natürlich vor allem für die professionellen Trader, aber auch für Anfänger. Andererseits wirst du möglicherweise gute Nerven brauchen, wenn derjenige, dessen Portfolio du kopierst, über einen längeren Zeitraum Verluste macht. Dann ist es nicht anders als wenn du selbst an der Börse handelst – du darfst nicht emotional werden. Wie gut du solche Phasen aussitzen kannst, hat letztendlich auch Einfluss auf die Anlageklasse. Folge keinem Trader von Kryptowährungen, wenn du ein schwaches Nervenkostüm hast.

Übrigens gibt es Anbieter mit einer Copy-Stop-Loss-Funktion. Dort definierst du beim Kopieren, zu welchen Verlusten du bereit bist. Ist dieser Wert erreicht, wird die Kopierbeziehung für diesen Trade umgehend abgebrochen. Auch so lässt sich das Risiko beim Copy Trading minimieren.

Was ist Copy-Trading? Wie funktioniert es?

Die meisten Copytrading Plattformen verwenden eine ähnliche Vorgehensweise. Zunächst musst du dich beim Broker deiner Wahl registrieren. Die meisten Trading-Anbieter verlangen eine Verifizierung per Video-Ident-Verfahren. Anschließend zahlst du das Geld ein, das du investieren möchtest. Hier sollten idealerweise verschiedene Methoden angeboten werden wie Paypal oder Banküberweisung. Nun suchst du dir einen oder mehrere Copytrader aus. Darüber solltest du dir vorher Gedanken machen. Hast du bereits Trading Erfahrung, die du ausbauen willst? Oder möchtest neue Strategien lernen, mit denen du dich bisher nicht beschäftigt hast? Beides ist möglich.

Ein Beispiel: Du kennst dich schon etwas aus mit risikoarmen Trades wie Rentenfonds, würdest dein Portfolio aber gerne um hochspekulative Anlagen oder CFDs erweitern, die du dir selbst aber nicht zutraust. Für diesen Bereich könntest du auf die Expertise eines professionellen Traders setzen. Je nach Anbieter ist die Auswahl mehr oder weniger groß.

Copy Trading Erfahrungen recherchieren

Lies dir bei Bedarf vorher Erfahrungsberichte durch, bevor du dich für einen Broker entscheidest, und vor allem: Kopiere nicht blind die Trader mit den meisten Followern. Dieses Kriterium ist kein relevanter Maßstab, weil die meisten Copytrader unerfahren sind und mit dem Strom schwimmen – und sie verlieren Geld, weil sie genau so handeln. Selbst wenn jemand mehrere tausend Follower hat – schau dir seine Historie an. Oftmals wirst du feststellen, dass er gar nicht so erfolgreich ist, wie es zunächst scheint.

Du wirst etwas Zeit investieren müssen bei deiner Entscheidung für einen Trader. Schaue dabei nicht nur auf seine jüngsten Gewinne und Verluste, sondern auf langfristige Erfolge. Vor allem in guten Börsenjahren ist es nicht unüblich, dass viele Trader Gewinne einfahren. Jemand, der erst wenige Wochen oder Monate dabei ist, kann einfach Glück gehabt haben. Kurssteigerungen von mehreren hundert Prozent in kurzer Zeit sind ein Indiz dafür. Achte aber dennoch auf die maximalen Verluste pro Tag bzw. Woche, die zehn Prozent nicht übersteigen sollten.

Es ist empfehlenswert, sein Geld zu streuen. Durch Diversifikation der Trades kannst du dein Risiko eines Kapitalverlustes minimieren, was vor allem für Anleger mit wenig Erfahrung wichtig ist. Was im normalen Aktienhandel gilt, ist auch beim Copy Trading zu beachten, denn auch wenn du das Portfolio eines erfahrenen Investors kopierst, unterliegst du sein und dein Investment den üblichen Kursschwankungen an der Börse. Diversifikation minimiert das Ausfallrisiko und sorgt in der Regel für eine bessere durchschnittliche Rendite.

Wer Copy Trading als zusätzliche Anlagemethode wählt und ein Teil seines Geldes bereits anderswo investiert hat, streut allein schon dadurch. Dann ist es nicht mehr unbedingt notwendig, beim Social Trading auf Diversifikation zu achten. In diesem Fall reicht bereits ein Trader aus, dessen Strategie du mit nur einem Klick kopieren kannst.

Ist Copy Trading seriös?

Nun weißt du also, wie Social Trading funktioniert, bist dir aber dennoch unsicher, wie seriös diese Art von Handel ist. Nun, Spekulationen an der Börse sind immer riskant. Das ändert sich auch nicht, wenn du die Strategien eines erfolgreichen Traders kopierst. Andererseits ist das Risiko gerade bei Anfängern wesentlich größer, auf eigene Faust zu handeln, wenn ein gewisses Grundverständnis fehlt. In diesem Fall ist Copy Trading als Einstieg durchaus empfehlenswert.

Die Seriosität von Social Trading steht und fällt mit dem Broker. Hier solltest du genau hinschauen, bevor du dein Geld anlegst und einem anderen blind vertraust. Nutze dafür Erfahrungsberichte von Personen, die sich bereits bei einem Anbieter registriert und dort investiert haben. Sind die Copy Trader seriös? Welche Gebühren fallen tatsächlich an? Wie transparent ist der Broker – gibt es eine gute FAQ, in der die wichtigsten Fragen geklärt werden?

Hast du dich für einen Anbieter entschieden, solltest du bedacht handeln. Auch wenn du die Strategien eines Traders kopieren willst, solltest du dein Portfolio immer beobachten. Gerade wenn es um Diversifikation geht, heißt es: Kopf einschalten. Analysiere und kontrolliere seine und deine Strategien regelmäßig, um deine Chancen auf einen erfolgreichen Handel zu erhöhen. Gegebenenfalls kann es sich anbieten, hin und wieder nachzujustieren.

Behalte den Copytrader im Auge und verfolge, ob er die Vorgaben auch wirklich einhält und umsetzt. Verluste lassen sich freilich nicht zu 100 Prozent vermeiden, doch wenn sie entstehen, weil der Trader vom Weg abweicht und eigentlich etwas anderes geplant und vereinbart war ist das ärgerlich. Ob Copy Trading seriös ist, hängt auch vom Verhalten der Trader ab. Übrigens gibt es neben Daytrading viele Trader, die den Handel mittel- bis langfristig anlegen, also über mehrere Jahre hinweg. Damit lassen sich die naturgemäßen Kursschwankungen an der Börse ausgleichen. Das Kopieren solcher Trades ermöglicht oft eine gute Rendite ohne hochspekulative Anlagen.

Copy Trading kopiert das Wissen anderer Trader

Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass du beim Social Trading von der Expertise anderer profitierst. Während man früher in diversen Foren nachlesen musste, analysiert und selbst entschieden hat, welche Strategie die beste ist, kann man das heute dank Copy Trading den Profis überlassen und sich entspannt zurücklehnen. Zugegeben, ganz ohne Arbeit und Hirnschmalz geht es auch hier nicht, aber es ist wesentlich einfacher als herkömmlicher Aktienhandel.

Du solltest allerdings auch bei Social Trading einige Dinge beachten und nicht blind investieren. Zunächst musst du dich für einen Broker entscheiden und dich bei dem Trading Anbieter deiner Wahl registrieren. Definiere dann die gewünschte Anlagesumme. Je nachdem, ob du schon woanders Trades platzierst, solltest du beim Copy Trading auf eine Streuung des Risikos durch Diversifikation achten. Investiere in diesem Fall nicht alles bei einem Copytrader, sondern wähle mehrere aus. Schaue dir vorher ihre Strategien und Historie an und frage dich, welche Anlageklasse für dich infrage kommt. Möchtest du mehr über CFDs lernen oder in den Handel mit Kryptowährungen einsteigen? All das ist bei Social Trading kein Problem. Die Verfügbarkeit bestimmter Trades unterscheidet sich jedoch je nach Anbieter.

Wer die grundlegenden Regeln des Copy-Tradings beachtet und sich vorher Gedanken über die eigene Strategie macht, für den ist es eine gute Möglichkeit, mehr über die Börse zu lernen und sich das Wissen anderer Trader zunutze zu machen. Nun müssen nur noch die Aktienkurse steigen und schon vermehrt sich dein Geld dank Social Trading und dem Kopieren erfolgreicher Strategien fast wie von selbst.

Informationen über den Autor
Andreas Novogratz
Andreas Novogratz
Mich interessiert alles rund um das Thema Technik, Internet & Gadgets. Ich komme aus dem Süden Deutschlands, nahe der Schweizer Grenze, und schreibe seit 2019 für Testerheld.de. Wenn ich nicht neueste Trends recherchiere, gehe ich gerne mit meinem Hund spazieren und spiele leidenschaftlich gerne Tennis.