Geld machen in der Krise: diese Jobs, Nischen und Industrien sind selbst während schlechten Zeiten gefragt

7 Juli 2020

Egal ob globale Pandemie oder Wirtschaftskrise, unsichere Zeiten gibt es leider immer wieder und auch auf die längste Wachstumsphase folgt irgendwann eine Krise. In diesem Artikel erfährst du, welche Jobs und Branchen in Krisen wie dieser am wenigsten Schaden nehmen – ja sogar richtig boomen können – und wie du dies als Chance nutzen kannst.

Wir schauen uns dabei sowohl Corona-spezifische als auch andere Berufe an, die generell krisenbeständig sind und von globalen Rezessionen meist nicht negativ beeinflusst werden.

1. E-Learning & Coaching

Wer Skills oder Wissen, ein gutes Gespür für Menschen und vielleicht sogar eine pädagogische Ausbildung hat, für den haben sich seit Ausbruch der Corona-Krise ungeahnte Möglichkeiten eröffnet. Denn E-Learning war nie gefragter als jetzt, wo Millionen von Menschen zuhause bleiben und überwiegend auf Beschäftigungen im Internet ausweichen müssen.

E-Learning Plattformen wie Preply haben berichtet, dass sich während der Corona-Pandemie die Zahl der Online-Lernenden mehr als verdoppelt hat. Es ist also tatsächlich so, dass eine Vielzahl an Menschen die Zeit des “Lockdowns” nutzen, um sich neues Wissen oder Skills anzueignen.

Entsprechend ist natürlich auch die Nachfrage nach Online-Lehrern und Coaches rasant angestiegen und auch Menschen ohne spezifische Ausbildung können ihre Fähigkeiten auf Online-Plattformen an andere weitergeben.

Auch in “normalen” Wirtschaftskrisen haben Pädagogen übrigens in der Regel einen sicheren Job, da sich die Zahl der an Kursen und Studiengängen eingeschriebenen Lernenden in Krisenzeiten meist erhöht. Dies liegt daran, dass viele Menschen in Krisen das Bedürfnis haben, sich Wissen und Qualifikationen anzueignen, um beruflich bessere Chancen zu haben.

2. Webdesign und -entwicklung

Die Corona-Krise hat die weltweite Digitalisierung und Verlagerung von Dienstleistungen ins Internet noch einmal rasant beschleunigt. Viele Unternehmen versuchen fieberhaft, ihre Präsenz im Netz zu erhöhen und übers Internet Kunden zu erreichen.

Hier kommen Webdesigner und -entwickler ins Spiel: Sie sind gefragter denn je, wenn es darum geht, Webseiten von Unternehmen und Selbständigen aufzurüsten oder attraktive neue Webseiten zu erstellen.

Wer gute Skills in diesem Bereich hat, der wird es momentan einfacher denn je haben, an neue Aufträge zu kommen und ein gutes Einkommen mit der Erstellung und Wartung von Webseiten zu verdienen.

3. Copywriting und Online Marketing

Ähnliches gilt für Copywriter und Online Marketer: Auch sie waren bereits vor der Krise – bedingt durch die wachsende Bedeutung des Internets – gefragter denn je. Nicht zuletzt wegen der Corona-Krise hat sich die Nachfrage nach guten Copywritern und Online Marketern aber noch einmal beschleunigt.

Beide sorgen dafür, dass die Inhalte von Unternehmen eine möglichst große Reichweite haben und beim Zielpublikum ankommen. Während Copywriter sich in erster Linie um die Texterstellung kümmern – seien es Werbetexte, Blogartikel oder Web Content – so haben Online Marketer die Aufgabe, Inhalte und Marken “an den Mann” und “an die Frau” zu bringen.

Skills in den Bereichen Social Media Marketing gehören dabei zum essentiellen Rüstzeug, das jeder Online Marketer besitzen sollte. Ansonsten heisst es aber “Learning-by-doing” sowie konstante Weiterbildung, um mit der sich rasant entwickelnden Online-Welt Schritt zu halten.

4. Online Business und Minijobs

Wer vor Corona begonnen hat, ein Online Business aufzubauen, der steht in Zeiten der Krise wahrscheinlich gut da. Denn die Nachfrage nach Online-Services und Angeboten ist vielerorts gestiegen, da mehr Menschen Zeit haben, im Internet zu surfen und sich die Zeit online zu vertreiben.

Online Business Ideen gibt es dabei unzählige, mögliche Beispiele sind:

  • Nischenseiten und Blogs
  • E-Commerce
  • Digitale Produkte und Services
  • Coaching und vieles mehr

Daneben gibt es aber auch viele Möglichkeiten, mit kleineren Aufträgen und Minijobs Geld im Internet zu verdienen, zum Beispiel mit:

  • Online Freelancing (z.B. über Plattformen wie Upwork oder Fiverr) oder
  • Produkttests (wie du sie auf unserer Seite findest)

Während Freelancing etwas mehr Skills und Aufwand erfordert, so sind Produkttests für alle geeignet, die ohne großen Aufwand etwas Geld im Internet verdienen wollen. Denn dazu man muss lediglich ein bisschen seiner Zeit aufbringen, um Produkte, Spiele oder Webseiten zu testen und am Ende dafür bezahlt zu werden.

5. Online Konferenzen und Meetups

Anbieter von digitalen Kommunikationsmitteln und Konferenzen wie Zoom, Microsoft Teams oder Skype haben seit Beginn der Corona-Krise ein massives Wachstum der Nutzerzahlen erlebt.

Das kommt auch nicht überraschend, da von einer Woche auf die andere tausende von Unternehmen und Angestellte auf Home-Office und digitale Kommunikation umstellen mussten. Egal ob jung oder alt, jeder musste zu Zeiten von Corona lernen, mit Online-Tools und Videotelefonie umzugehen.

Wer Skills im Bereich IT oder Kommunikation hat, für den dürften sich zunehmend mehr Jobmöglichkeiten bei Tech- und Kommunikationsfirmen bieten, um sie in den Bereichen Digitalisierung und Kommunikation zu unterstützen. Jetzt heißt es deshalb: Skills schärfen und die Augen nach Jobs offen halten.

6. Datenanalyse und Machine Learning

Wer bisher gelesen hat, der wird ein Muster festgestellt haben: Besonders Berufe und Industrien, die stark mit der Digitalisierung zu tun haben, stehen Corona-bedingt sehr hoch im Kurs und werden wohl auch zukünftige Krisen überdauern.

So auch der nächste Beruf auf dieser Liste: der des Datenanalysten oder Machine Learning Spezialisten. Unternehmen und Regierungen sind mehr denn je darauf angewiesen, eine riesige Menge an Daten in Echtzeit auszuwerten und daraus zu lernen. Im Detail geht es dabei z.B. um Folgendes:

  • Datenanalysten und Statistiker werten Zahlen zu den Auswirkungen der Corona-Krise aus und versuchen Szenarien und Prognosen zu entwickeln. Das können gesundheitliche aber auch wirtschaftliche Daten sein.
  • Bei Machine Learning geht es darum, durch Algorithmen und künstliche Intelligenz Daten automatisiert auszuwerten und daraus verlässliche Schlüsse abzuleiten.

Du siehst, das Ganze klingt auf Anhieb etwas komplex und richtet sich natürlich in erster Linie an Spezialisten mit viel technischem Knowhow. Dennoch kann es nicht schaden, sich ein wenig mit einer Tätigkeit auseinanderzusetzen, die in Zukunft eine sehr wichtige Rolle spielen wird.

7. Öffentlicher Dienst und Verwaltung

Egal ob Polizei, Arbeitsamt oder Politik – in öffentlichen Berufen gibt es in Zeiten von globaler Unsicherheit eine ganze Menge zu tun. Das sieht man am Beispiel der Corona-Krise aber auch bei vergangenen Wirtschaftskrisen sehr gut.

So nimmt meist die Zahl der Verbrechen zu und Arbeitsämter werden mit Kurzarbeits- oder Entschädigungsgesuchen überschwemmt. Angestellte in Verwaltung und öffentlichem Dienst werden also in Krisenzeiten meist mehr gefordert als normal.

8. Kundendienst & Support

Diese Berufsgruppe hat besonders während der Corona-Krise einen starken Boom erlebt. Egal ob Netflix, Skype oder nationaler Fernsehanbieter – Firmen, die digitale Services anbieten sind zur Zeit derart gefragt, dass auch viel mehr Anfragen bei Kundendienst und Support eingehen.

Viele mussten deshalb reagieren und eine Vielzahl von neuen Angestellten für Callcenter oder E-Mail-Support einstellen. Das gilt neben privaten Firmen auch für die öffentliche Verwaltung und Beratungshotlines, die allesamt ein viel größeres Anfragevolumen zu bewältigen haben.

Wer also ein Flair für Kommunikation hat, der dürfte zur Zeit bei der Suche nach Stellen im Kundendienst leicht fündig werden.

9. Pflege & Medizin

Nicht nur während Corona, sondern auch in anderen Wirtschaftskrisen wird das Gesundheitssystem mehr belastet als normal. Denn prekäre wirtschaftliche Bedingungen sorgen meist auch zu einer Zunahme von Krankheitsfällen – wobei die Corona-Krise natürlich einzigartig ist, was die Belastung des Gesundheitswesens angeht.

Wer also Pflegefachkraft, Arzt oder Apotheker ist, der wird es in Zeiten von Corona und allgemeiner Unsicherheit leichter haben, eine Stelle zu finden und diese auch zu behalten.

10. Food & Delivery

Detailhandel und Konsum sind in Zeiten der Krise meist am stärksten betroffen – nicht nur wegen Corona-bedingter Ladenschließungen, sondern auch weil die Leute generell weniger Geld ausgeben.

Das gilt aber nicht für Lebensmittelgeschäfte und Versandhändler: Hier steigt nicht nur die Nachfrage der Konsumenten, sondern auch diejenige nach ausgebildeten Fachkräften oder Aushilfen. Wer also kurzfristig einen Job sucht, der sollte Ausschau nach Stellen als Ladenhilfe oder Foodkurier halten.

11. Post & Logistik

Standen Amazon und Co. ja schon vor der Corona-Krise hoch im Kurs, so hat sich diese Entwicklung durch die erzwungenen Ladenschließungen von Non-Food-Geschäften nochmals stark beschleunigt: Die Paket- und Logistikzentren von Post und privaten Verteilern kommen mit dem Ausliefern von Bestellungen vielerorts fast nicht mehr hinterher.

Es kommt deshalb wenig überraschend, dass Firmen wie Amazon in der Zeit nach dem Ausbruch der Corona-Krise auf der ganzen Welt tausende von neuen Mitarbeitern eingestellt haben, um die massiv angestiegene Menge an Online-Bestellungen zu bewältigen.

Auch nach Abklingen der Corona-Krise dürfte diese Entwicklung nicht abreißen, da Internetbestellungen nun so richtig salonfähig und bei der breiten Gesellschaft angekommen sind. Wer also auf Stellensuche ist, der könnte bei einem Post- oder Logistikbetrieb in seiner Nähe fündig werden.

12. Reinigung

Zuletzt noch eine Tätigkeit, die insbesondere in Zeiten von Corona sehr gefragt ist: Reinigungsservices. Während zwar die Reinigung von Privathaushalten in Corona-Zeiten meist nicht mehr möglich ist, so sieht das bei öffentlichen Betrieben ganz anders aus:

Spitäler, Banken und öffentliche Betriebe, die zu Zeiten von Corona geöffnet sind, müssen nun mehr als doppelt so viel Zeit und Personal in Reinigung und Desinfektion von Räumen und Infrastruktur investieren – entsprechend ist auch die Nachfrage nach Aushilfen für Reinigungsarbeiten stark gestiegen.